Arniston hat seinen Namen von einem englischen Truppentransporter, der hier an der Küste im Jahre 1815 in einem Sturm zerschellte und mit Mann und Maus unterging. Das Schiff war auf dem Weg von Ceylon, dem heutigen Sri Lanka, um von dort verwundete und kranke Soldaten nach England zu bringen. Nach der Überlieferung kreuzte der Kapitän drei Tage im schweren Sturm vor der südafrikanischen Küste, bevor er sich dazu entschloss, das schwer angeschlagene Schiff am Strand anzulanden. Der Versuch scheiterte jedoch, da der Segler an den spitzen Riffen vor Arniston zerschellte. Es gab nur 6 Überlebende, 315 Menschen ließen ihr Leben bei diesem tragischen Unglück. Bis heute zählt diese Katastrophe noch immer zu den schwersten Schiffsunglücken Südafrikas.
Ein originalgetreues Modell kann heute noch in der Lobby des "Hotel Arniston" besichtigt werden. Im Garten der "Arniston Lodge" bewahrt der Eigentümer Erwin Brigl einige Originalplanken des Truppentransporters, die er selbst geborgen hat, auf. Ein echtes Zeitzeichen einer menschlichen Tragödie.
Der ursprüngliche Name von Arniston, der auch heute teilweise und vor allem von Einheimischen noch verwendet wird, lautet "Waenhuiskrans", benannt nach einer gleichnamigen Höhle im Südosten des Ortes. Diese Höhle hat eine Größe, dass man selbst mit Ochsenwagen dort einen wetterfesten Unterschlupf finden konnte, daher auch der Name "Wagenhaushöhle" frei übersetzt. Übrigens ist die Höhle nur bei Ebbe zugänglich, nach den Gezeiten kann man sich im Dorf erkundigen. Vor den hohen Wellen, die über die Felsen donnern, sollte man sich in acht nehmen.
Der Ort Arniston besticht durch seine aufgelockerte Bebauung mit vielen weißen, reetgedeckten Häusern, die den Gast bei seinem ersten Besuch an die deutsche Nordseeküste erinnern. Diese Feststellung gilt allerdings keineswegs für die Luft- und Wassertemperaturen, die sind mit der deutschen Küste nicht vergleichbar. Viele Fischerhäuser erinnern an die Tradition des Ortes, ein wichtiger Bestandteil des Ortes sind die ca. 200 Jahre alten strohgedeckten Fischerhäuschen in Kassiesbaai, deren Besichtigung "Pflicht" für jeden Besucher ist. Hier hat man auch die Möglichkeit, frischen Fisch direkt von Bord zu erwerben. In Kassiesbaai befindet sich auch der sog. Slipway, an dem die Fischerboote anlanden. Nur einen Steinwurf hiervon entfernt in östlicher Richtung befindet sich der historische Ortsteil.
Aber beginnen wir doch lieber von vorn: Der einzige Landweg von Bredasdorp aus nach Arniston ist die R 316 in südwestlicher Richtung, links und rechts begleitet von Viehweiden und Äckern, die Entfernung von Bredasdorp beträgt ca. 25 Kilometer. Die genaue Wegbeschreibung ist im Menüpunkt "Wegbeschreibung" zu lesen. Nachdem der Fahrer eine kleine Brücke überquert hat, geht es auf der linken Seite zur "de Nachtwacht", meines Wissens auch ein Farmbetrieb mit Restaurantbetrieb und Übernachtungsmöglichkeit.
Als nächstes liegt auf der linken Seite der Stützpunkt der südafrikanischen Luftwaffe, von dem der Gast in der Regel aber nicht viel hört.
Die nächste Abfahrt führt in das erste, vorwiegend von "Schwarzen und anderen Farbigen" bewohnte Viertel des Ortes, allerdings kein Ghetto oder gar ein "Township", hier handelt es sich um ein historisches Viertel des Ortes, ohne dass der Besucher irgendeine "Gefahr" zu erwarten hat. Der Autor hat sich übrigens sehr oft dort aufgehalten, ohne dass irgendwann einmal der Eindruck einer "unangenehmen" Situation entstanden ist. Auch den Strand hinter diesem Ortsteil, der übrigens sehr schön und weitläufig ist, kann durchaus empfohlen werden. Nimmt man die nächste Abfahrt links von der R 316, die auch in Arniston endet, kommt man auf die "Hauptstraße" des Ortes, die sog. Main Road. Nach ca. 100 Metern liegt die "Arniston Lodge" auf der linken Seite, gut zu erkennen an dem Schild
Die Main Road führt noch ca. 200 Meter weiter in Richtung Indischer Ozean und macht dort einen Knick. Aber Achtung: Die letzte Querstrasse links führt zum "Bottle-Shop", einer der wichtigsten Einrichtungen Arniston`s, übrigens morgens ab 9.00 Uhr geöffnet. Hier erhält man alle erforderlichen Getränke für Ausflüge in die nähere Umgebung (Erfrischungsgetränke, Bier und Wein). Auf Weinflaschen wird übrigens ein Pfand erhoben, eine gute Idee, die sich vielleicht auch in Deutschland durchsetzen sollte!
Aber zurück zum Thema, in der zuvor erwähnten Kurve liegt jetzt das historische Fischerdorf Kassiesbaai auf der linken Seite. Für eine Besichtigung sollte man seinen Wagen direkt auf dem Parkplatz des Hotels "Arniston", welches auf der rechten Seite mit direktem Meerblick liegt, abstellen und die paar Meter zu Fuß gehen. Parkprobleme europäischer Prägung sind hier sowieso kein Thema.
Für die Besichtigung des historischen Viertels sollte man sich etwas Zeit nehmen, besonders interessant ist ein Besuch, wenn die Fischerboote mit ihrem Fang heimkehren. Vom Hotel Arniston werden Führungen angeboten.
Nur durch die kleine Strandstraße getrennt vom Hotel "Arniston" befindet sich der erste Strand der Ortschaft, aber bei weitem nicht der schönste Beach.
Die schönsten und weitläufigsten Strände befinden sich aber außerhalb des Ortsmittelpunktes, wenn ich die Gegend um das Hotel Arniston mal so bezeichnen darf und zwar sowohl in Richtung Norden, als auch in Richtung Süden und sind alle fußläufig erreichbar und eignen sich hervorragend für stundenlange Strandwanderungen. Eigentlich handelt es sich um einen durchgehenden Strand, der aber immer wieder durch Felsformationen und Höhlen unterbrochen wird, so dass die einzelnen Abschnitte eigene Namen und Bezeichnungen erhalten haben. Unter der Auswahl der unendlichen Strände den richtigen zu finden, bleibt jedem Gast selbst überlassen, die Auswahl ist jedoch riesig. Über eines sollte sich jeder doch im klaren sein, südeuropäische oder karibische (Un-) Sitten wie das Verleihen von Strandliegen, übertriebene Angebote von Wassersportarten oder auch das Reservieren von Liegeplätzen ist hier unbekannt. Das Letztere ist auch völlig unnötig, denn hier bekommt jeder seinen "Strandkilometer", wo und wann man auch immer möchte............... Auch die aus so vielen Urlaubsländern bekannten Strandverkäufer, mit so vielen "unentbehrlichen Souvenirs" kommen gibt es in Arniston und Umgebung nicht. Auch laute Diskotheken, verräucherte Bars, Verkehrslärm oder die typisch, hektische Geschäftsmäßigkeit größerer Städte sucht man hier vergebens.